Wunder der Wüste

Mittwoch, 01.08.2018

Tja, nun wollt ihr sicher wissen, was denn so toll an Dalhousie Springs war? Natürlich genau das, was sich jeder in einer Wüste wünscht : einen natürlichen Hotpool! Ist das nicht geil? Bei 50° Wüstentemperatur, kann man sich in einem 38° Hotpool abkühlen! So geil. Natürlich gehörte ich zu den Dummen, die im Winter in die Wüste fuhren, aber hey, ich bin Tourist, ich darf das!

Während meiner Fahrt schwankte die Tagestemperatur so zwischen 25-30° mit einem recht kühlen, stetigen Windzug, sodass man draußen sogar langärmlig rumlaufen wollte (Ich hatte erst 1 wirklich kalte Nacht, der Rest war ok). Das hielt die Leute natürlich nicht von einem Bad ab und dank des Windes war es auch wirklich angenehm. Typisch Camper hieß das für viele, das erste Bad seit x Tagen 😁. Auch eine große Horde Kakadus (oder sowas) ließ sich in den Bäumen auf der Schattenseite nieder und beobachteten uns misstrauisch. Das Bad war soooo gut, es gab sogar Badenudeln! Wir vermuteten, dass sie aufgrund Nichtschwimmer-Touristen bereit gestellt wurden, aber sie waren super zum relaxen im warmen Wasser. Übrigens gibt es hier sogar kleine Fische, die Art, die man in Beauty-Salons nutzt zum abknabbern der toten Haut. Paul erzählte uns, dass man noch vor 2 Jahren (der Pool war da ein kleines bisschen kühler) nur ruhig sein musste, und sie umschwärmten dich und knabberten an dir. Sie waren zwar noch immer da, doch leider hielten sie sich von der Haut fern. Jedoch schnappten sie sich trotzdem tote Hautpartikel, die man lose kratzte. Ich war so begeistert, dass ich unbedingt hier eine Nacht verbringen wollte und vom Pool aus den Sternenhimmel anschauen wollte. Die Zeit vertrieb ich mir mit einem Spaziergang um den Teich (sch* Fliegen, die sind in der Wüste überall. Im Sommer muss das echt schlimm sein.) und einer kurzen Fahrt im Simpson Desert zu einem Lookout. Denn die Dalhousie Springs gehörte offiziell schon zur Wüste. Paul und Co. hatten sich bereits nach dem Bad von mir verabschiedet, für sie geht es durch die Wüste. Mein kleines Auto schafft das leider nicht. Zum Abend kamen dann auch ein paar Mücken raus, doch versteckte ich mich im Auto, bis es vorbei war. Denn sie meiden den Tag wegen der Hitze und die Nacht wegen der Kälte, da gibt es nur ein kleines Jagdzeitfenster für sie. Um 9 schnappte ich mir nochmal meinen Badeanzug und genoss den klaren Sternenhimmel in einem heißen Bad - so kann das Leben sein 😌.

Heiße Wüstenquelle!

Von pinken Roadhouses und Wolfsgeheul

Montag, 30.07.2018

Am nächsten Morgen ging die wilde Fahrt auf dem Kiestrack weiter und nebst einem kleinen fotografischen Zwischenstopp an der Algebuckina Brücke gab es keine Probleme. In Oodnadatta hieß es dann wieder auftanken, doch diesmal auch meinen 20l Kanister, den ich nun irgendwie an meinem Auto festmache musste, wenn ich das Benzin nicht IM Auto haben wollte. Erstaunlicherweise klappte das aber ganz gut, auch wenn es in Deutschland definitiv nicht erlaubt wäre. In Australien wiederum ist es kein so ungewöhnlicher Anblick ....

Auf jeden Fall war das Roadhouse in Odnadatta etwas ganz besonderes. Das Offensichtlichste : es war Pink! Ja, es war tatsächlich pink. Doch viel wichtiger war etwas anderes, denn hinter dem pinken Oodnadatta Roadhouse steckten seine Besitzer Adam Plate und seine Frau Lynnie. Er war ein Outback Enthusiast und wollte wohl seine damals eher unbekannte Strecke touristisch bewerben und auch Hilfe geben. Denn viele Straßenschilder gab es hier einst nicht und so machte er sich daran, das zu ändern. Handbeschriebene, chaotische, informative und einfach eigenwillige Schilder poppten überall auf mit Infos, Tips und Tricks. Auch gab es eine Broschüre vom pinken Roadhouse, die ich leider erst am Ende meiner Reise in die Finger bekam 😣. Mittlerweile ist Herr Plate nun schon Tod, doch seine Ideen (und auch das gute Markenkonzept) wird weitergeführt - ein pinkes Roadhouse im Outback.

Während ich also meinen Benzinkanister verschnürte und ein Foto machte, trudelte dann auch die Gruppe von Gestern ein, mit denen ich dann weiterfahren durfte. Es waren vier Pensionäre : Paul, Phillip, Ebi und Peter. Paul, der Kopf der Mannschaft, kannte die Gegend hier schon und ist bereits ein paar mal über den Simpson Desert gefahren. Also ging es nun weiter Richtung Dalhousie Springs. Dieser Weg gehörte nicht mehr zum "Explorers Highway", der von Adelaide hoch führte und den Oodnadatta Track als Outback Alternative dabei hatte. Entsprechend wurde die Straße nun auch ein bisschen unebener, sandiger, spaßiger! Dabei sollte man sich bewusst sein, dass ich die Strecke mit 80km/h zurücklegte, die Entfernungen sind weit und die Straßen gut genug, man muss nur Augen offen halten für eventuelle Problemfallen. Während ich also der Staubspur meines Vordermanns mit ausreichend Abstand folgte, kreuzten wir die "Fogartys Claypan" - Lehmpfanne. Das war ein kreisförmiges "Tal" (alles eben hier, aber man merkte deutlich den Unterschied), dessen Boden vermutlich stärker Lehmhaltig war. Hier wurde die Staubfahne nun richtig enorm und ich war sehr froh, als Paul auf einen weiteren Weg linkerhand überwechselte, um mich sehen zu können. Ich kann nicht genau sagen wieso, aber hier durchzufahren hat sau Spaß gemacht! Überhaupt, trotz der recht öden Landschaft und hunderter von Kilometern, fühlte ich mich wirklich zufrieden. Offene, weitläufige Gegenden, eine Kiesstraße (ja, n asphaltierter Highway würde hier viel vom Feeling zerstören) und eben einfach .... Outback!

Nach Hamilton Station ging es dann einen nun stärker sandigen 4WD Track Richtung Dalhousie Springs hoch. Doch ca 30km davor campten wir in einem Creek (also Bachbett), da die Männer sich nicht den Moskitoattacken in Dalhousie aussetzen lassen wollten. Der Abend wurde nun am Feuer verbracht, mit einer Hühnchenrolle, die in den Kohlen gebacken wurde und viel Gerede. Doch kurz vor Ende gab es dann noch eine Überraschung des wilden Outbacks. Denn ein paar Dingos hatten uns umzingelt und kommunizierten nun miteinander. Mindestens 4 Dingos heulten nun um die Wette, schaurig schön, und verdammt nah! Angst muss man keine haben, doch klug muss man auch hier sein - keine Essensreste, kein Müll und auch keine Schuhe (wegen Leder) sollten draußen bleiben. Und außer einer erneuten Kakophonie von Heullaute ließen sie uns auch in Ruhe.

Es ist pink!

P.S. Hier im Outback gibt es noch immer Weidewirtschaft. Sogenannte Stations besitzen riesige Farmgebiete, die trotz allem komplett eingezäunt sind und in denen Kühe weitläufig herum strohnern. Diese werden dann mit dem Hubschrauber gemustert und anhand dessen werden sie auch zusammen getrieben und in großen Viehtransporten zum Schlachter gebracht. Solche Roadtrains können dabei bis zu 144 Kühe transportieren. Die Straße gehört dabei zu dem Weideland, sodass man auf Kühe Acht geben muss, die die Straße überqueren. Nur einmal kreuzte eine kleine Herde meinen Weg, und die konnte ich von sehr weitem bereits sehen.

Entlang des Odnadatta Tracks

Montag, 30.07.2018

Ein bisschen weiter kamen dann die Farina Ruins. Erneut eine alte Siedlung, denn einst hatte hier die Ghan Railway geendet. Hm, von der hab ich glaub ich noch nicht erzählt, richtig? Die Ghan war eine sehr bedeutende Zugverbindung, die durch das bis dato nahezu unbezwingbare Outback den Süden (Port Augusta) mit dem Norden (Darwin) verband. Unterwegs stellte sie zudem schnelleren Transport von abgelegenen Farmen her, so wurde vor allem Vieh transportiert. Aber auch für Touristen öffnete die Ghan nun Möglichkeiten ins Outback, ohne an Hitzekoller oder Dehydration zu verenden. Die Streckenlegung der Ghan erfolgte entlang eine Linie, an der häufig natürliche Wasserlöcher vorkamen. Also Orte, wo das riesige Wasserreservoir des artesischen Beckens unterhalb Australiens durch Druck einen Ausgang erschuf und damit das Leben hier draußen erst ermöglichte. Und entlang dieser Strecke ist auch der Oodnadatta Track angelegt, den ich ansteuere.

Doch zurück zu den Ruinen. Denn eine Besonderheit gab es hier, denn von Juni bis Juli wurde hier von Freiwilligen die Farina Underground Bakery betrieben. Backwaren aus einem uralten Ofen inmitten der Wüstenregion essen? Ja, bitte! Doch war ich schon recht früh hier und Zeiten standen ja nun auch keine dran .... Beim Lesen der ganzen Infotafeln hörte ich dann ein paar Deutsche und kam mit der Frau ins Quatschen. Mit australischen Bekannten machten sie eine 5 wöchige Outback Tour, dafür mussten sie sich einen 4WD leihen .... für $1.000 die Woche! Und das war bei weitem das günstigste Angebot! Himmelherrgott noch eins 😨. Auf jeden Fall erzählte sie mir, dass die Bäckerei nur bis Mitte Juli lief (auf keinem Schild hier oder in den Broschüren stand das!) und so dampfte ich wieder ab.

Weiter ging es hoch nach Marree, wo ich nochmal volltankte und die Gelegenheit nutzte, meiner Familie mal nen Plan von meinen Plänen zu geben, damit sie im Notfall, sollte ich verlustig gehen, Infos haben, wo ich denn verloren gegangen sein könnte. Leider verließ mich der Internet-Gott nach Marree komplett, denn die nächsten zwei Dörfer waren unter dem "Optus-Regime" (und ich hab Telstra, das EIGENTLICH beste Outback-Netz).
So fuhr ich erstmal die nächsten 100km entlang des Oodnadatta Tracks durch die Savanne (weiß nicht, ob das hier schon als Wüste bezeichnet wird oder wie sonst) zum Lake Eyre Lookout. Diese Landschaft ist geprägt von Gräsern, Büschen und vor allem an Bächen auch Bäumen. Doch diese Bäche führen nur selten Wasser, doch dann müsste man sehr regelmäßig durchs Wasser fahren. Der Lookout war sehr weit weg und nur in der Ferne sah man es ein wenig glitzern. Doch wirkte es eindeutig so, als ob die Salzkruste eher so nen halben Meter hoch ist! Es erinnerte stark an eine Lage Packeis.

Der nächste Stop war nicht weit dahinter - Mound Springs. Wie bereits gesagt, liegen entlang dieser Strecke diverse Wasserlöcher. Diese Löcher sehen aus wie kleine Vulkane, ein Kegel auf dessen Plattform dann die Wasserquelle ist. Es sah voll cool aus, zumal der "Bubbler" auch Blasen geschlagen hat. Einst sollen die Blasen bis zu einem halben Meter hoch gewesen sein, doch durch die ganzen künstlichen Bohrungen, die man zur Viehbewässerung angelegt hat, ist der Druck des artesischen Beckens gesunken. Manche dieser Wasserlöcher sind komplett ausgetrocknet (mittlerweile hat man einige dieser Bohrungen mit nem Deckel versehen, um den Druck wieder ein wenig herzustellen), andere sind einfach nur kleiner oder werfen eben nur kleine Blasen. Um diese Wasserlöcher herum war es nun sehr kräftig grün, auch gab es Fische und Frösche in diesen Gewässern.
Nach weiteren 85km kam ich in Williams Creek an, wo ich mich nach dem Auftanken noch mit einem weiteren Reisenden unterhielt. Seine Gruppe fuhr ebenfalls nach Dalhousie Springs (und weiter über den Simpson Desert) und er lud mich ein, mit ihnen zu fahren. Super, damit hätte ich eine Versicherung, falls etwas schiefläuft. Ich fuhr jedoch noch ca 50km außerhalb von William Creek zum Anna Creek, wo ich eine schöne Fläche zum Campen fand.

R.u. In der Ferne glitzert der Lake Eyre

Emu Burger

Sonntag, 29.07.2018

Weiter ging die Fahrt durch die Banyeroo und Brachina Gorge. Auch diese szenische Strecke war toll, wenn auch nicht super spektakulär. Sobald ich jedoch die Brachina Gorge hinter mir gelassen hatte, fing nun erneut das flache Land an. Hügel gab es kaum noch, nur spärliche Buschvegetation und man merkte nun deutlich, dass man dem Zentrum näher kam. Tatsächlich gab es auch hier noch "Weidewirtschaft". Ein paar Schafe, die auf einer seeeeehr großen Weide grasten. Die Sraße gehörte hier nun zum Paddock, sodass man aufpassen musste, nebst Kängurus, Emus, Dingos und irgendwelchen Lurchen nun auch keine Schafe zu überfahren. Doch nur hier und da sah man ein paar Schafe, denn ein wenig hat der Mensch aus den Folgen der Überweidung doch gelernt. Erneut war der Straßenrand jedoch mit "Roadkill" in verschiedenen Verwesungsstadien gespickt.

In Parachilna stattete ich dem Prärie Hotel einen Besuch ab, das sich auf Outback-Fleisch spezialisiert hatte - Känguru, Emu und Ziege. Da die Mixplatte mit fast $40 zu Buche schlug, entschied ich mich für einen Emu Burger zum halben Preis. Jedoch war der Patty zwar recht lecker, aber viel zu dick, zusätzlich zum Bacon obendrauf. Urg, zuviel Fleisch, ich bekam nicht mal den Mund weit genug auf.

Hinter Lyndhurst gab es dann noch die Ochre Mines, in denen die Aboriginies damals wie heute verschieden farbigen Ocker abbauten, um ihn vor allem als Farbe für Markierungen zu Riten zu nutzen. Aber es wurde auch als Tauschgut mit anderen Stämmen genutzt. Es gab rot, gelb und weiß in verschieden kräftigen Tönen. Irgendwie witzig (aber auch total verständlich) ist, dass man als Tourist heftige Strafen bekommt, wenn man etwas von dem Ocker mitnimmt oder auch nur die Mine betritt, auch wenn es noch heute den Aboriginies als Mine dient. Bis zu $50.000 oder 6 Monate Haft kann es geben. Ich nehme an, die Strafen sind so ungewöhnlich hoch (normal ist sowas wie $1.000) aufgrund des "Aboriginie Acts", also gewissen Gesetzen der Aborginies gegenüber. Denn noch heute führen auch Aboriginies in entlegeneren, von ihnen stärker kontrollieren Gebieten (u.a. auch Darwin und große Teile der Nordküste im allgemeinen) ihre eigene Rechtssprechung durch - die häufig im Tod endet. Stiehlt man etwas von einem Aboriginie, ist der halbe Stamm hinter dir her. Wenn man nun bedenkt, dass in diesen Gebieten vor allem Aboriginies stehlen ..... (v.a. Benzin und Ausrüstung der Touristen).

L.o. Ockermine. Ansonsten gibbs nicht viel ^^

Wilpena Pound

Samstag, 28.07.2018

Heute nun sollte es den Wilpena Pound hoch gehen. Und zwar ist dieser die Hauptattraktion des Ikara-Flinders Ranges Nationalpark. Der Wilpena Pound ist, wie der Name schon sagt, ein Becken. Ursprünglich gab es hier einen riesigen Berg, bis irgendwann aufgrund der Spannung der innere Teil zusammen sackte und die Ränder wie Zacken nach außen drückte. Von Hinmel aus gesehen ist es ein ovales Becken umrahmt von einer zur Seite zackigen Bergkette (laut Aboriginie Träumen haben sich hier 2 Riesenschlangen niedergelegt und bilden die Gebirgsketten). Hier konnte ich nun auf der Außenseite des Pounds zur St. Mary's Peak hoch - oder Ngarri Mudlanha im traditionellen - dem höchsten Berg des Wilpena Pounds. Schon auf dem Weg hatte ich atemberaubende Aissichten, doch auf der Spitze selber - wow! Trotz superklarem Tag hing hier, wie fast immer, ein Schleier in der Ferne über dem Land, doch die "nähere" Umgebung konnte man astrein sehen. Von hier konnte man das ganze Becken überblicken, die gezackten Seitenwände und der innere Bereich. Auch der weiter nördliche Teil der Flinders Rangers war gut zu sehen. Wirklich atemberaubend! Da ich hier oben sogar Empfang hatte, downloadete ich schnell den "Ewigen Kreis" runter und übte mich im Löwengebrüll von den felsigen Vorsprüngen. Es passte einfach so gut!

Der Rückweg ging dann durch das Becken selber, und es war überraschend eben am Grund. Kängurus sonnten sich am Wegesrand und ließen sich von mir nicht weiter stören, das Vogelleben war rege wie eh und je und sogar ein paar weitere Wanderslustige traf ich. Kurz vor Ende meines 8stündigen Hikes gab es dann auch noch Geschichte. Denn wie sollte es anders sein, haben die europäischen Siedler auch dieses außergewöhnliche Stück Land einst vernichtet. Durch die umgebende Gebirgskette hatte man einen natürlichen Zaun und hielt hier somit 120.000 Schafe! (Die Menge wurde wohl von der Regierung über die Abgabenberechnung sogar vorgeschrieben) Und wie so viele Farmen hier oben, wurde maßlos überweidet, ein empfindliches Ökosystem mit dem großen Problem des Wasserzugangs wurde mit Schafen vollgeklatscht! Natürlich wartete die Katastrophe nicht lange sich zu zeigen und so glich der Wilpena Pound für einige Zeit einer Wüste ..... und einem Grab. Denn verhungerte Schafe (und sicher auch andere Tiere) gab es nun zuhauf. Diese Kurzsicht und Ignoranz der Menschen ....

Wilpena Pound vom Feinsten Das Becken von oben

Auf zum Flinders NP

Freitag, 27.07.2018

Eigentlich wollte ich die Nacht bereits im Flinders Range Nationalpark verbringen, doch da ich nicht so weit kam (sch* kurze Tage!), muss ich den heutigen Tag zur Hälfte gammeln. Dennoch gab es ein paar Sachen zu sehen. Nahe Hawker gab es den Jarvis Hill Lookout, der einen schönen Blick über dieses Gebiet Richtung Hawker hergab. Weiter Richtung Nationalpark gab es dann ein paar weitere Lookouts in Richtung Wilpena Pound, sieht schonmal mächtig beeindruckend aus! Auch machte ich einen kurzen Hike zum Arkaroo Rock, einem wellenförmigen Felsen mit Überhang, in dem die Aboriginies einst Schutz vor dem Wetter suchten - und damit Grafitti an die Wände malten. Diese Zeichnungen waren noch recht gut erhalten, doch außer jeder Menge Bäume konnte ich nicht viel ausmachen. Jedoch fand ich es toll, wie die Maserungen des Gesteins genutzt wurden, um Zeichnungen hinein zu weben.
Kurz hinter dem Eingang zum Wilpena Pound Resort, in dem ich die Nacht über campte, gab es noch den Cazneaux Baum, der von besagtem Künstler gerne porträtiert wurde. Am Ende nur ein typisch australischer Baum, von innen verbrannt, aber immer noch lebend, vor dem Hintergrund des Wilpena Pounds. Dennoch ein Fotöchen wert.

karge Landschaft

Alligator Gorge

Donnerstag, 26.07.2018

Heute ging es nun in die Alligator Gorge hinein! Zuerst einmal ging es tausend Stufen abwärts .... möh, die muss ich ja auch wieder hoch am Ende >.<. Doch schon hier begann der tolle Blick auf die Gorge, rechts und links gingen die Wände steil nach oben. Das Gebiet hier besteht zumeist aus Sandstein gemischt mit anderen Arten, die manchen Bereichen mehr Widerstand gegen Wind und Wetter gaben. 2,5h alleine ging es durch die Schlucht, mal weiter, mal enger, doch immer einen Hingucker wert. Ein Großteil des Rückweges ging dann entlang eines Feuerlöschpfades, der eher langweilig war. Doch zum Schluss kam ein Bereich, der laut Karte "The Narrows", also die Enge, hieß. Und diese Schlucht kam dem Namen sehr gerecht! Sie war ziemlich eng, absolut geil (..... pfui, was ihr wieder denkt!), wunderschön und ein würdiger Abschluss des Loops. .... Nur leider musste ich ja die Treppe wieder hoch >.<

Mir blieb am Ende noch ein bisschen Zeit, so ging mein Weg weiter nach Hawker. Ich legte nochmal einen Zwischenstop bei dem Kanyaker Wasserloch ein, eine von den rar gesäten Wasserquellen hier im Outback, vor allem wichtig für die Tierwelt. Die umfangreichen und manigfaltigen Fußspuren um das Wasserloch bestätigten dies auch deutlich. Hier wäre jeder Fährtenleser verrückt geworden. Recht nah waren dann noch die Ruinen des Kanyaker Homesteads, die schon sehr brüchig waren. Tja, gute alte deutsche Baukunst, so sehen unsere 150 Jahre alten Gebäude nicht aus! (Aber mal Spaß beiseite, ein großes Problem waren ja auch Baumaterialien. Es ist einfach zu weit weg im Nirgendwo und man musste sich mit Sachen behelfen, die man zur Verfügung hatte. Also wurde viel aus Sand u.ä. selbst gebrannt.)
Weiter als nach Hawker kam ich dann auch nicht mehr, also suchte ich mir einen Schlafplatz in der Nähe und dann gehts morgen weiter.

Alligator Gorge

P.S. Am Morgen hatte ich nen ganz tollen Ausraster. Ich hatte irgendwas bissl gruseliges geträumt, bin leicht aufgewacht und als ich wieder einschlief, kam ein Traum, wo mir eine Person im Schatten von hinten die Hand auf die Schulter legte. Das erschreckte mich so stark, dass ich einen spitzen Schrei ausstieß und dem Autodach einen ordentlichen Tritt verpasste. Kurz darauf fand ich es natürlich ziemlich lustig und ging kurz pinkeln, da mein Herz eh noch auf 180 war. Entsprechend sah ich mich auch umfangreich um, bevor ich mich hinhockte .... und übersah trotzdem das Oppossum, dass daraufhin in meinem Rücken den Baum hochmachte. Das erschreckte mich erneut und ich sprang mitten im Pinkeln nach vorn, während ich wieder einen diesmal eher bellenden Schrei ausstieß. Da war ich echt fertig! Normalerweise ist schreien nun wirklich nicht meine Art! Und ich war sehr froh, dass der Schrei sich so komisch anhörte, denn wenigstens guckten die Nachbarn nicht auch noch aus dem Zelt hervor. Mann!

Nun geht es los, mit ganzen großen Schritten .... 😄

Mittwoch, 25.07.2018

Nachdem ich mich nun endlich von der Dairy und 60h+ Arbeitswochen erholt hatte, und mich den Vergnügungen wie Kino (Infinity War und Jurrassic Park!), Pokemon Go, Videos, etc. hingegeben hatte, ging es nun endlich erneut auf die Reise. Mein Plan für die nächsten 2 Wochen : Uluru! (aka Ayers Rock, für alle kulturunwürdigen xD )

Doch bevor ich los konnte, musste ich meine Notizen erstmal wieder anschauen und Lebensmittel einkaufen. Denn ein Großteil der Hinfahrt wird ziemlich "Outback" sein und damit ist Essen vor allem teuer. Aber auch Wasser war sehr wichtig, weshalb ich nun mit 4x10l Kartons (nur Trinkwasser) im Auto rumfahre. Besser zu viel als zu wenig. Auch meine Socken habe ich nach der sockenzerstörenden Dairy wieder aufgefüllt, da fast alle fette Löcher aufwiesen.
Frühmorgens um 12 Uhr ging es dann endlich los, nochmal auftanken (ich hab jetzt auch n Benzinkanister an Bord, muss den aber IM Auto aufbewahren, weshalb ich da lieber teuer auftanke, wenn es dann wirklich riskanter wird) und los ging es zum Mt. Remarkable. Den Nationalpark hatte ich ja bereits von der anderen Seite angesteuert (übrigens hieß die Schlucht Hidden Gorge, nicht Alligator Gorge. Die Letztere besuche ich morgen von dieser Seite her), von dieser Seite kam ich nun den Mt. Remarkable hoch. Doch trotz der hohen Spitze von fast 1.000m und einem doch markanteren Ausflugsziel, war es mal wieder eine Blamage. 2h hoch und kein Ausblick .... tja, Baumgrenze ist halt erst bei ca. 1.300m ..... Auch die Ausblicke auf dem Hike selbst waren nicht so beeindruckend, da man nur in Richtung Kulturlandschaft sehen konnte und den Nationalpark immer im Rücken hatte. Manno .... so schnell sind 5h vorbei und da die Tage noch recht kurz sind, war der Tag damit auch vorüber.
Immerhin hab ich jetzt Zeit, um mein Blog zu schreiben .....

 

P.S. Ich war in Adelaide noch auf einer Videoconvention, die tolle Spiele zeigten, vor allem auch in Richtung der google Glasses und so. Also Virtual Reality, es war es krass, auch wenn es nur eine recht kleine Abteilung war. Ansonsten war Cosplay hoch angesagt.

Tag des schimmernden Zapdos

Samstag, 21.07.2018

Wie bereits versprochen gammelte ich die letzten Tage herum und traf einige neue Leute der Pokemon Go Community. Heute gab es dann noch ein spezielles 3 stündiges Event, in dem man haufenweise Zapdos fangen kann (sorry für alle die keine Ahnung von dem Spiel haben, einfach den Eintrag überspringen ^^). Ein paar Leute hatten sich eine Route überlegt, auf der man am schnellsten die meisten Arenen abklappern konnte. Treffpunkt : botanischer Garten! Am Ende kamen fast 100 Leute und je nach angestrebter Geschwindigkeit, bildeten sich die Gruppen im Verlauf. Sogar eine Karte wurde gedruckt! Am Ende schafften wir 32 Raids/Arenen, ein stolzes Sümmchen! Obwohl ich mich der schnellsten Gruppe anschloss, übersprang ich ein paar Arenen, denn die Pässe für die Raids müssen zum Großteil erkauft werden und ich hatte bereits nach dem 3. Raid alles was ich wollte : Ein Shiny Zapdos mit guten Werten und ein normales mit fast perfekten Werten! Doch es machte Spaß in der Gruppe zu sein, zu quatschen und von Arena zu Arena zu hetzen. Es war ein wirklich geiler Tag und einige Leute spielten trotz anstrengender 3h Hetzerei noch weiter. Wenn einen das Fieber erstmal gepackt hat ^^
Danke für den tollen Tag, Adelaider Pokemon Go Suchties! 😙

Oh mein armes Auto?

Mittwoch, 11.07.2018

Natürlich war die Busnacht qualvoll, ich konnte nicht wirklich schlafen, ohne Kissen kann man sein Kopf nicht an die Scheibe legen und das ganze Blut sackte in meine zunehmend kochenden Füße. Während der Pausen zog ich sogar meine Boots aus und genoss den kalten Betonboden!
In Adelaide angekommen wartete ich zunächst ein paar Stündchen, da ich um 6Uhr nicht bei Steve anklopfen wollte, schon gar nicht unangekündigt. Nachdem ich immer wieder vergessen hatte, eine Nachricht zu schreiben, wollte ich auch gerne unangekündigt mein Auto inspizieren. So wirklich vertraute ich dem Steve nämlich nicht, mein Auto nicht weiter anzufassen.

Gegen 12 Uhr stand ich dann bei ihm vor der Tür und kurz darauf kam zum Glück auch seine Mutter vorbei. Obwohl das Haus offen war, wollte ich nicht einfach reinspazieren. Mein Auto war tatsächlich tip top und unberührt in Ordnung, so ein Glück! Doch dann das große Problem, dem ich mir nicht wirklich bewusst war : die Batterie war tot! Zum Glück hatte Steve was zum Aufladen da und so bauten wir (seine Mutti und ich) die Batterie aus und klemmten sie am Aufladegerät an ..... nunja, nächstes Problem, dessen ich mir nicht ganz gewahr war : das dauert Stunden! Es soll wohl besser sein, die Batterie komplett aufzuladen (statt das dem Auto dann zu überlassen während der Fahrt) und so fing das große Warten an. Tatsächlich brauchte ich am Ende sogar 2-3h, um meine Rucksackinhalte wieder ins Auto zu verfrachten, meine Dachbox auch wieder zu zubekommen, mein Bett wieder frei zu räumen und sich im Allgemeinen erneut mit den Verstauorten vertraut zu machen. Die Sonne machte den Tag erneut schön, nachdem sie auf King Island kaum noch zu sehen war (obwohl ich am Morgen im strömenden Regen los musste .... ) und so verflogen die Stunden. Doch die Batterie zeigte immer noch keine volle Ladung an, Mist! Am Ende übernachtete ich bei Steve (aber im Auto, ich war ja so froh mein zu Hause wieder zu haben 😌) und bekam sogar ein tolles Abendbrot.
Doch auch die zusätzlichen Abend- und Morgenstunden (über die Nacht entstöpselten wir die Batterie) änderte nichts an der Anzeige. Steve meinte, mein Batterietyp ist vermutlich noch Original (also aus Japan, da er den Typen überhaupt nicht kannte) und mutmaßte, dass ich wohl ne neue Batterie brauche. Doch bisher hatte ich null Probleme und mein Auto sprang immer sofort an. Ich entschied mich, es einfach zu versuchen. Ich wollte eh ein paar Tage in Adelaide bleiben um mich zu erholen, sollte meine Batterie Probleme machen, war Hilfe nicht weit. Und so ging es nun nach Adelaide, Stadtleben genießen, ein bisschen Pokemon Go spielen, ins Kino gehen ... und Socken kaufen!

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