Aboriginie Dorf?

Donnerstag, 11.01.2018

Tja, dieser Tag war dann ein ziemlicher Reinfall. Ich wollte in Fowlers Bay ein bissl sandboarden, doch fing es an zu regnen und der damit schwerere Sand wollte nicht mehr rutschen .... und da hatte ich extra ne Weile gewartet, bis es mal ne Regenlücke gibt, Mist. Als ich dann nun endlich aufgeben musste, schaffte ich es nur noch bis kurz vor Ceduna, dem ersten größeren Dorf seit der Grenze. Hier war nun auch die Fruchtfliegenkontrolle von den aus dem Westen kommenden Leuten. .... Hab ja eh längst nix mehr.
Doch meine unfehlbare Neugier ("Wo führt denn diese Straße lang?") führte mich dann Außen herum - auch gut. Solange ich endlich meinen Vorrat wieder aufstocken kann in Ceduna ...

Die nächsten Tage verbrachte ich dann mit relaxen, Internet nutzen (hier war endlich mal wieder n Hotspot für mein Smartphonevertrag, doch leider war die Bibo im Urlaub), Vorräte aufstocken und wie immer Autopflege (mein Gott, der ganze Staub macht das Auto unanfassbar). Dabei fiehl mir jedoch eines auf : Aboriginies. Hier war das erste mal ein Ort, an dem einige Aboriginies (=unmengen) lebten. Und man sah schnell die Probleme. Scheinbar ziellos laufen die ganzen Horden den Tag durch das Dorf, lautstark redend und gerne auch besoffen. Die Polizei ist hier ziemlich aktiv am herumfahren, auch wenn ich nicht mitbekommen habe, dass es Probleme gab (außer dass sie nerven). Ich wurde mehrmals um Geld und vor allem Zigaretten im Auto sitzend angebettelt, so was von lästig! Sicher fühlt man sich hier nicht wirklich, auch wenn sie nie gedroht haben oder ähnliches.
Sie sind eine laufende Variante vom "Assi-Hartz 4ler"-Typ und es ist einfach zu sehen, dass eine Integration nicht wirklich funktioniert. Sie kommen einfach nicht in der europäischen Kultur klar, mögen aber ihre Suchtmittel - Zigaretten und Alkohol. Selten eine gute Mischung. Viele bekommen wohl auch "Reperaturleistungen" vom Staat, wie Arbeitslosengeld, nur vermutlich ein bissl höher (bzw zusätzlich) und das Bedürfnis, arbeiten zu gehen, sinkt. Mit nix zu tun, auf sich allein gestellt, heißt es rumlatschen und die Zeit vertreiben. Sollen sie wenigstens n Korbknüpfhobby oder so sich zulegen. Ich nehme an, die Orte (wie zum Beispiel Reservate), wo ihre Kultur noch ein bisschen unbeeinflusster ist, ist es nicht so schlimm. Viele Leute sagten mir bereits, dass Integration mit ihrer Kultur eher schlecht funktioniert. Und zuviel Geld - genug Geld - hilft da eher selten. Und nach dem 5. Mal betteln werde ich so langsam sackig .... vor allem wenn ne wohlgenährte Frau doch solchen Hunger hat.

Übrigens, die Aboriginies sind eher wenig ansehnlich (unter europäischen Standard). Die Frauen haben sehr markante, eher männliche Züge. Starkes, leicht hervorstehendes Kinn, eher kantige Gesichter ..... und nicht wirklich in einem auch attraktiv wirkenden Zusammenspiel, wie ich es bei Afrikanerinnen bereits gesehen habe. Sogar einen Mann hab ich gesehen, dem man deutlich ansah, dass der Mensch vom Affen abstammt. Das war echt freaky, da hab ich mehrmals hingeguckt 😮.

Auf nach ..... ähm, einfach weiter

Sonntag, 07.01.2018

Nachdem auch dieser Tag kühl wurde, schlief ich erneut bis in die Puppen und erkundete dann die Murrawijinie Höhlen. Auch diese Höhlen waren, wie die Meisten hier, eher Sinklöcher, die am Rand aber immerhin noch ein wenig in den Grund hinein reichten. In einem davon fand ich ne Menge Knochen, arme Tiere die hier reinfallen und dann verhungern. Auf dem Rückweg hielt ich dann an der Straße an, um erneut Wikicamps zu rate zu ziehen und die neuen Ziele zu markieren. Während ich da so rumhantiere, läuft doch glatt ein weiterer Dingo am Auto vorbei! Ganz gechillt und ohne mich eines Blickes zu würdigen schlendert er vorbei .... Immerhin hab ich dieses Mal sogar ein Foto schießen können .... von seiner ansehnlichen Hinterseite.

Lauf doch nicht fort 😟

Ansonsten fuhr ich nur erneut ne Weile durch die Gegend und übernachte jetzt nahe des Fowler Bay an einem hübschen Dünen-/Klippengebiet. Ich hab mich hier ein wenig umgesehen und dabei ein wenig Müll aufgesammelt. Doch das heißt auch, man sieht mehr Müll wenn man erstmal danach Ausschau hält. Es war wirklich zum Heulen, ganze Säcke voll Glasflaschen liegen hier rum .... nehmt es doch verdammt noch eins wieder mit!

 

P.S. Für alle die es noch nicht wussten (so wie ich), der Dingo ist ein verwilderter Haushund! Vor mindestens 4.000 Jahren brachten die Phillipinen bereits Hunde mit nach Australien, die abhauten und sich über die Zeit zum "Dingo" entwickelten. Mittlerweile sind sie aber schon ein Teil des Ökosystems und nehmen hier eine Rolle ein, sie zu schießen (wie man es ja auch mit dem Wolf tut) schadet der Natur .... und man beschwert sich über zu viele Kängurus. Der Dingo steht wohl evolutionär zwischen Hund und Wolf und wird noch heute (vor allem von Aboriginies) als Haushund gehalten, obwohl er nicht so zahm ist und auch mal frisst, was er nicht fressen sollte. Dennoch streitet man sich ein bisschen, ob man ihn als "native" (also einheimisch) oder "introduced" (also eingeführt) klassifizieren soll. Nebst Australien ist der Dingo sonst noch in gewissen asiatischen Ländern heimisch und wird hier zunehmend genetisch unrein, da weitere Hunde abhauen und sich mit dem Dingo mixen.

Geisterstädte

Samstag, 06.01.2018

Am nächsten Morgen dann die Überraschung, es wurde gar nicht heiß! Der Wind pfiff dieses mal wohl von der Ozeanseite? Auf jedenfall nutzte ich die kühlere Luft für das wichtigste überhaupt : ausschlafen! Auch ein bisschen Buch lesen, hatte wenig Lust erneut 400km hinter mich zu bringen. Laut Gefühl machte ich mich gegen Mittag dann los und schaute auf mein schlaues Smartphone für den nächsten Stopp, nanu? Es ist bereits 15Uhr? Mist, um einiges später als ich los wollte. Denn heute wollte ich 100km Richtung Inland zum Geisterdorf Cook und wieder zurück. Auf der Fahrt jedoch zeigten mir meine anderen Uhren die Mittagszeit an .... hm .... Ich wusste ja von 45min (warum diese blöde Zahl?) Zeitverschiebung bereits, aber keine 2,5h. Zumal, woher wusste mein Handy das? Seit Eucla hatte ich kein Inet mehr und noch weit nach Eucla war die Zeit auf dem Handy korrekt. Ob er das GPS Signal nutzt, um die neue Zeitzone zu bestimmen? Auch wenn ich dachte, dass Zeitzonen in 2h Abständen sind, nicht 2,5h (und auch nicht 45min!). Hmm .... jedenfalls hieß das, dass es länger hell draußen ist und ich genügend Zeit habe für die Fahrt .... und ganz knapp auch genügend Benzin (hoffe ich).

Doch leider war die "Geisterstadt" eher eine Enttäuschung. Der Ort ist noch immer ein Stützpunkt für die Bahn, entsprechend sind 4 Leute permanent vor Ort, sowie Zugführer im Schichtwechsel. Die meisten Gebäude sahen wohnlich aus, mehrere moderne, funktionierende Autos standen herum und alles wirkte ein wenig verlassen, doch bewohnbar. Nicht sehr Geisterstadtmäßig. Das Beste an der Fahrt war tatsächlich der Dingo, der vor meinem Auto (zum Glück in ausreichendem Abstand) über die Straße scharwenzelte. Ein Dingo! Der hätte wirklich mal für ein Fotoshooting stehen bleiben können 😭. Wenigstens diese komischen Stummelschwanzlurche watscheln nur langsam über die Straße und waren dadurch für ein Fotoshooting zur Verfügung (und auch hier bin ich froh, dass ich sie rechtzeitig sah und bremsen konnte). Wenigstens sah man hier mal ein typisches Fleckchen Nullarbor Plain - 20-30cm hohes blaugrünes Gras .... und nix anderes.
Netterweise war zum Abend das nächste Roadhouse noch offen und ich konnte meinen fast leeren Tank auffüllen, sowie eine billige Dusche genießen. Ich fuhr noch "schnell" zu einer nahegelegenen Höhle, bei der ich campierte um sie morgen zu erkunden.

Nullarbor Plain

Sonnenschein

Freitag, 05.01.2018

Auch dieser Tag hielt für mich gute 400km Fahrt bereit. Ab und zu wurde sie von weiteren Sinkholes, Caves u.ä. unterbrochen, doch die Hitze machte daraus ein sehr schnelles Vergnügen. Immerhin hatte eines der Roadhäuser einen gut gekühlten Raum, indem ich mich mal einfach entspannen konnte. Permanent muss der Motor für die AirCon laufen, denn ohne kriegt man die Meise. Das heißt aber auch, dass ich dann fahre und nicht unbedingt den Motor im Stand laufen lasse. Mal n Nickerchen einlegen ist einfach nicht möglich, und dass nachdem ich gestern Abend recht lange gequatscht habe ... hach ja.

Die Gegend hier ist recht öd, zwar gut bewachsen, aber eben sehr grau-braune, harte Buschgewächse und Gräser. Hinter Mandura ging es dann über einen Pass, nachdem ich nun linkerhand einer Klippe folgte. Hier konnte man leicht sehen, dass einst der Ozean bis zu dieser Klippe reichte und die Ebene, durch die die Straße führte einst Meeresboden war. Doch gab es entlang der Strecke seit Norseman auch viele tote Tiere in verschiedensten Verwesungsstadien am Rand. Hauptsächlich Kängurus, ein paar Hasen und ich glaub sogar Dingos. Wirklich traurig das zu sehen, doch die Roadtrains fahren hier halt bis weit in die Nacht und können nicht stoppen (mal davon abgesehen, dass sie eh nicht langsam genug dafür fahren würden).

Kurz hinter Eucla kam nun die Grenze zwischen den Staaten Western Australia und South Australia. Auf diese Grenze hatte ich mich den ganzen Tag bereits vorbereitet, denn man durfte hier kein Gemüse und Obst rüber nehmen (wegen Fruchtfliegenproblem). Also habe ich mir heute 2 Bananen, 3 Äpfel, 2 Pfirsiche, 2 Kiwis, 5 Möhren, ne halbe Gurke und 500g Trauben verzweifelt reingestopft. Meine Zähne waren sensibel von der ganzen Säure und mein Körper leidete unter einer Überdosis Vitamine, aber wollte ja auch nix wegschmeißen. Zum Schluss entdeckte ich dann noch eine Avocado - na gut, dann muss ich die halt wegschmeißen. Mit vollem Magen und kotterich von dem ganzen Zeug ging es dann auf die Kontrollen zu .... und an ihnen vorbei! Denn nur die andere Richtung wurde tatsächlich kontrolliert, nicht meine. Mann! Und nun hatte ich meine ganzen Mein-Gas-funktioniert-nicht-mehr-Vorräte aufgegessen 😣. Wenigstens die Avocado hatte ich noch.
Nach Eucla entschied ich mich dann, nochmal den Wetterbericht zu Rate zu ziehen. ... 45°, schön, damit hätten wir nen neuen Rekord. Doch der Satz darunter war noch viel ausschlaggebender : "Bei Sonnenschein noch heißer" ... Ich schaute nach oben .... ich versuchte den kleinsten Zipfel einer Wolke zu erhaschen .... ich versagte.

.... bei Sonnenschein noch heißer .... aha ....

Während der heiße Wind mir also die Haut vom Fleische runter brannte, klapperte ich brav alle Aussichtspunkte ab, die mir einen Blick auf die Küste gaben. Weit unten konnte ich das blaue Heiligtum sehen - Wasser! Doch mit Ausnahme von 2 sehr heftigen 4x4 Pfaden gab es keine Chance, baden zu gehen. Wie gut, dass es nur 45° sind .... mit Sonnenschein.
Dafür campe ich an einem schönen dünenartigen Platz nahe der Klippe mit hervorragendem Blick auf den Sonnenuntergang und genieße den klaren Sternenhimmel einer sehr, sehr unbewohnten Gegend.

r.o. Sinkhole, l.o. normaler Anblick, u. Das Heiligtum!

Immer geradeaus!

Donnerstag, 04.01.2018

Nachdem mich die Hitze bereits früh am Morgen aus dem Bett jagte (wollte für den langen Fahrtag gut ausgeschlafen sein), verschaffte ich mir von dem angrenzendem "Berg" noch einen Überblick über die Gegend, nicht viel zu sehen außer eine tote, farbenlose Landschaft. Welch ein Unterschied zum Azurblau der Küstenbuchten. Nach kurzer Fahrt fing dann auch die "90 Miles Straight" an, Australiens längste gerade Straße - schlappe 150km schnurgerade! Lenkrad einrasten und pennen! Zum Glück hatte ich gut geschlafen und kämpfte erstaunlich wenig mit Müdigkeit, doch so eine lange Fahrt alleine im Auto ist schon nicht einfach, zumal die Landschaft nicht gerade abwechslungsreich war. Doch immerhin konnte man weit sehen - selbst den Gegenverkehr sah man 3km im voraus. Wirklich irritierend. Hiermit möchte ich auch einen Dank an meine Klimaanlage aussprechen, die die Fahrt stark abgekühlt hat - 42° gab es nur draußen. Doch musste man ja auch mal raus, auch wenn die Hitze nicht zum Pausieren einlud. Und was ist schlimmer als die Hitze? Richtig! In der Hitze von Fliegen belagert zu werden! Da möchte man einfach nur noch verrückt werden.

Immerhin gab es nebst dem "90 Miles Straight"-Zeichen auch noch andere Dinge zu sehen ... aller 300km. So gab es eine hochspannende Sinkhole (aka Loch im Boden) und eine Blowhole (aka Loch im Boden mit Luftzug). Immerhin hatte die Blowhole einen schönen kalten Windzug und ich nutzte den Ort zum Relaxen und Aklimatisieren (leider reichten die 5m zum Auto um den Effekt zu zerstören). Auch die hiesigen Vögel versammelten sich in Massen an dem Loch und es gab eine vorsichtige, angespannte Beobachtungshaltung zwischen uns. Ich zum Foto schießen, die Tierchen um vor dem großen, bösen Wolf davonzuflattern, sobald sie sich bewegte, wenn ihr die Fliegen zuviel wurden (also alle 3sec).

Auch die Cocklebiddy Cave verlangte einen Besuch von mir und bezahlte mich mit ca. 100 fotogenen Kängurus entlang der 12km Gravelroad (irgendwie scheinen sie die Straße zu mögen). Die Höhle selber war von außen recht beeindruckend, ein großer Krater führte zum verschlossenen Eingang hinunter. Mit Genehmigung konnte man auch in die Höhle rein, die aus einem 6,3km langen Wassergraben besteht und ein Mekka für Höhlentaucher ist. Tatsächlich hatte bei der letzten Expedition (um die Höhle komplett zu erkunden) jeder Taucher über 100kg Handgepäck dabei - Ersatzluft, Ausrüstung, ne Art Unterwasserjetski, um sich nicht selbst beim Schwimmen auszupowern. Denn entlang der Höhle gab es auch 2 Stellen, wo all das Zeug über einen Hügel geschleppt werden musste. Schon echt geil.

Gute 450km hab ich zurückgelegt heute, 8h (mit Pausen) war ich auf dem Highway unterwegs, 42° Außentempertaur. Immerhin bin ich auf dem Campingplatz nicht alleine und konnte mich mit einem Pärchen unterhalten - deren Klimaanlage den Geist aufgegeben hat 😨. Immerhin, gegen 22Uhr war es dann erträglich.
Und damit sage ich Gute Nacht, träume von klimatisierten Toiletten und frischen, KALTEN Speisen im Roadhouse.

Was soll ich sagen? Gerade Straßen sind der Hauptanblick hier. Rooooooossss - liegend, stehend, im Sonnenuntergang

 

P.S. Schockierender Weise gab es entlang der Straße (auf Seiten Western Australias) fast durchgehenden Handyempfang. Respekt! Alle liegengebliebenen Autofahrer haben danach wohl dem Signalgott gehuldigt.

42!

Mittwoch, 03.01.2018

Nun endlich nahm ich den nächsten Abschnitt meiner Reise in Angriff - die Nullabor Plain! Schlappe 1.600km .... und nochmal 200km bis zum Beginn, na wenn das nicht aufregend ist. Der Anfang ist in Norseman und auf dem Weg dorthin gab es einige Salzseen, sowie ein Dorf mit dem einfallsreichen Namen "Grasfleck". Gras ist hier überall, wenn auch nicht unser schönes grünes Gras. Das strohige, raue und picksige braune Gras ist hier recht häufig. Nach 100km Fahrt kam dann auch der erste Salzsee, also raus und angucken! OH! MEIN! GOTT! Tür auf und eine fette Hitzewolke kam mir entgegen, da musste ich dann erstmal schnaufen. Während ich schnell mein Geschäft erledigte, fing dann auch schon der Schweiß zu rennen an. Der ausgetrocknete Salzsee war nicht weiter nennenswert, doch immerhin lief man über einen Seegrund. Eine Stelle war dann auch mit einer Art dünnen Schlammschicht bedeckt, die mich zum Rutschen brachte. Kurz darauf, fing eine Stelle am Bein an zu brennen. Ein Schlammklumpen ist dort hängen geblieben und der war heiß! Verdammt heiß! Schnell loswerden und nun vorsichtiger in meinen FlipFlops herumlaufen, denn ich wollte definitiv keinen (bar-)Fuß mehr auf den Boden setzen.

Nach dieser Hitzeattacke genoss ich erstmal meine Klimaanlage im Auto und checkte den Wetterbericht - 42° 😫. Die Hitze war einfach unglaublich - und ein riesiger Unterschied zu den Küstenbereichen, die von kalten Winden heimgesucht werden. Wenn hier ein Windzug durchkam, schwitzte man nur noch mehr, denn die Luft selber war sauwarm. Wenn die Wolken die Sonne verdeckten oder man Schatten fand, dachte man erst - oh, super. Nur um zu merken, dass es evtl 1° kühler wurde. Man spürte zwar das Brennen der Sonne dann nicht mehr so, aber heiß war es immer noch. Ich dacht ich dreh durch. Jede noch so kleine Anstrengung (etwas im Auto suchen, n Minihügel hochlaufen) ließ dein Herz auf 580 hochfahren .... und nicht wieder runter. Und in solch einer Hitze meinte kluge Christin dann auch noch, das Auto in einem schlammigen (und widerlich stinkenden) Bereich festzufahren 😖. Ne halbe Stunde schaufelte ich nun klebrigen Schlamm unter meinen Reifen weg und hoffte verzweifelt, dass meine Räder wieder Grip bekommen. Nachdem ich mich endlich befreit hatte, musste ich nun noch versuchen, die Schaufel und Maxtrax ein wenig zu säubern, meine Dachbox stank dank der Kuhklamotten schon genug. Reinigen, trocknen lassen - kurz : ne Weile ohne Klimaanlage auskommen. OH! MEIN! GOTT!

In Norseman angekommen freute ich mich nun über die einsetzende Dunkelheit ... die irgendwie keine Abkühlung mit sich brachte. Doch immerhin gab es eine kostenlose warme Dusche hier, auch wenn ich sie nicht brauchte - was anderes als ne kalte Dusche war nicht drin! Gereinigt von Schweiß und abgekühlt zog ich mich nun wieder an - und schwitzte bereits erneut. Erst 2-3h später war die Luft soweit abgekühlt, dass ich tatsächlich schlafen gehen konnte. OH! MEIN! GOTT!
Übrigens ist Norseman eine Minenstadt, die 1.000 Seelen hier arbeiten überwiegend in der Mine (hauptsächlich Gold). Das Dorf ist .... seltsam. Obwohl Autos anzeigen, dass die Häuser bewohnt sind, fühlt es sich wie in einer Geisterstadt an. Viele Geschäfte sind dicht, karge Vegetation und rotbrauner Sandstein lassen alles tot erscheinen. Wirklich seltsames Gefühl, wenn man hier durchfährt.

Salzseen und Norseman

 

P.S. Hinzu kam, dass ich Wasser zum reinigen verwendete, über das die Wespen dann wie über Honig herfielen. Hier muss man aufpassen, kein Wasser zu verschütten, wenn man nicht von denen heimgesucht werden möchte.

Bogged die Zweite?

Montag, 01.01.2018

Die Planung des heutigen Tages machte mir nun ein paar Sorgen, nach dem Schlamassel in Lucky Bay. Denn vom LeGrande Bay aus konnte man nun 22km entlang des Strandes nach Esperance zurück fahren - statt die 60km außenrum. Und meine Tankanzeige war auch der Meinung, dass dieser Weg besser sei. Doch wie weich würde es werden?

Glücklicherweise war es ein sehr guter Beach, nur ein paar Stellen bereiteten mir leichte Sorgen (war überempfindlich nach Lucky Bay) und das Ende, wo erneut Tonnen von Algen den Strand pflasterten. Doch alles ging gut, mein Auto machte wenigstens das mit. Da ich zuvor noch diverse kleinere Strände im LeGrande NP abgeklappert hatte, war es nun auch schon spät und ich gönnte mir eine Runde Chinesisch, was bleibt mir auch übrig mit defektem Kocher?

Mein weiterer Plan sah nun die berühmt berüchtigte Nullarbor Plain vor, die vor allem aus einem bestand : vielen Kilometern mit nix dazwischen. Also Vorräte aufstocken, nochmal Internet nutzen und mich seelisch auf viele einsame Fahrtstunden vorbereiten.

Silvester im Paradies

Sonntag, 31.12.2017

Der Dunns Rock Campingplatz war nun einach ein Bereich in den Dünen. Der Sand war recht hart, die Plätze zahlreich. Zuerst wollte ich mich nur ein bisschen Umsehen, doch dieser Ort war einfach traumhaft. Ein haufen Dünen die einzelne "Campsites" zur Verfügung stellten, der Ozean, sogar eine große Düne mit tollem Ausblick und Sandboardmöglichkeiten .... wenn man denn eines hat. Ich entschloss mich, den Tag am Strand zu verbringen, mich brutzeln zu lassen und das Wasser zur Abkühlung und Reinigung zu nutzen. Da hier alles sehr weitläufig und recht privat war, nutzte ich die Gelegenheit, am GANZEN Körper Farbe zu bekommen. Leider erreichte ich nicht alle Stellen am Rücken und ließ vereinzelte Stellen wohl aus, denn ich bekam an manchen Orten Sonnenbrand. Dennoch blieb ich auch den nächsten Tag hier, obwohl ich verzweifelt versuchte, Schatten zu bekommen ... vielleicht hätte ich mich einfach unters Auto legen sollen. Außer einem Emu hatte ich keinen Besuch und so verbrachte ich Silvester irgendwo im Nirgendwo .... und das nichtmal mit Badeanzug 😁.
Traumhafter Ort, erst recht wenn man hier regelmäßig übers Wochenende hin kann.

Dunns Rock - Dünen pur

Bogged

Freitag, 29.12.2017

Nun stand der Hauptbereich des Cape LeGrande an, vor dem tatsächlich sogar ein Checkpoint für die Nationalparkspässe war. Brav in der Schlange wartete ich, bis Ticket, Geld, Kreditkarten u.ä. hin und her getauscht wurden. Ich brauchte nur meinen Holiday Pass vorzeigen und bekam die Antwort "too easy" 😃.

Zuerst stand der Frenchman Peak an, ein großer Stein geformt wie eine besagte Franzosenmütze. Auf dem Weg nach oben schüttelte ich meinen Kopf über die ganzen Leute in FlipFlops, sogar mit Kindern! Auch dies war kein leichter Aufstieg, wenigstens festes Schuhwerk sollte man anziehen!
Unter der Spitze gab es eine tolle Höhle mit Panoramafenster zur Küste hin, wie immer ein gutes Foto wert.

Frenchman Peak und Ausblick auf weitere Hügel (l.o.)

Der Rossiter Bay war eher unüblich für die hiesigen Strände - übersät mit toten Algen. Diese Algen sind wie platte, 1cm breite Fäden, ausgetrocknet und brüchig und bilden stellenweise gute 50cm dicke Schichten. Wirklich viele tote Algen. Doch der bekannteste Bay hier ist der Lucky Bay. Er ist wie (fast) alle andern hier schön, aber auch nix besonderes in meinen Augen. Da am anderen Ende des Bays ein Ausblick ist, ging es mit dem Auto nun an den Strand. Leider wurde der Sand von "hart" recht schnell zu "extrem weich" .... und ich blieb stecken. Super. Schaufel raus, Rettungsbretter raus und lieber zurückfahren. Tja, wenn nur das Auto mitmachen würde. Doch ein Vorderrad wollte sich erst gar nicht bewegen, die Räder bekamen nicht genug Grip auf den Maxtrax und ich kam nicht raus. Am Ende war ich soweit im Sand - bogged auf Englisch - dass mein Auto tatsächlich auf dem Sand auflag. Nun hieß es schaufeln ... so kann man einen heißen Tag am Strand auch verbringen. Blöd nur, wenn das Wasser zunehmend näher kommt. Am Ende kamen ein paar Leute, die mich raus zerrten (und ich erfahren durfte, dass meine Schäkel zu groß für die Haken am Auto sind 😠) und mein Auto war dem Ersaufungstod entronnen. Oh man, das Auto ist wirklich nicht allzu nützlich ... 😧.
Dafür nutzte ich die BBQ Stelle, um mein Abendbrot zu kochen. Denn leider durfte ich auch erfahren, dass mein Campingkocher scheinbar defekt ist und nicht genug Gas durchlässt, damit dieses Feuer fangen kann. Selbst im Auto ohne Windstoß war es einfach nicht mehr möglich. Das kann ja noch lustig werden, denn der nächste Anaconda (der Shop wo ich ihn gekauft hatte) ist vermutlich erst in Adeleide, schlappe 2.300km entfernt.

Lucky Bay, bekannt als einer von Australiens schönsten Stränden .... warum?

Auch der nächste freie Campinglatz war 50km entfernt, doch stellte er sich als Traumort heraus.

Wharton Beach

Mittwoch, 27.12.2017

Zuerst fuhr ich zum östlichsten Zipfel des Cape LeGrande, dem Wharton Beach. Hier gab es einige hohe Felsen für mich zu erklimmen. Der erste war recht einfach (außer die ersten paar Meter, die waren recht steil) und ich tapste Barfuss nach oben. Der Stein war schön warm und nahe des Bodens war der Wind auch nicht so stark, sodass ich am Ende ein Nickerchen hier oben hielt. Leider passierte ich beim Runterlaufen ein Wespennest zu nah und eines der blöden Viecher stach mich direkt in den Rücken auf Höhe meines Herzens und der Lungen! Schei*e war das unangenehm, mein Herz und Lungen taten weh, wurden eng. Ich hatte echt Angst, dass noch mehr passiert (war glaub ich mein erster Wespenstich) und versuchte möglichst nach unten zu kommen. Am Ende ging alles gut, doch verbrachte ich ein paar weitere Stunden mit diesem unangenehmen Engegefühl im Herzen. Bah, scheiß Mistviecher!
Doch ließ ich mich davon nicht stoppen und versuchte ein bisschen weiter einen weiteren Felsen hochzukommen. Hier jedoch brauchte es eine Weile, bis ich einen Weg nach oben fand und dieser wurde dann auch zunehmend steil. Gefühlte 80° nach oben - zum Glück haben meine Schuhe so guten Grip. Der Ausblick war fantastisch (und ich entdeckte sogar den offiziellen Weg hoch .... auf der anderen Seite) und ich schlenderte eine Weile auf der großen Plattform herum. Trotz steilem Winkel kam ich recht gut und sicher nach unten und fuhr zurück zum Campingspot.

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